Slayer im Interview
Mit der üblichen Verspätung machte sich unser ein serbisch-schweizerisches Reporter-Duo auf den Weg nach Winterthur. Nach ein paar weiteren Versäumnissen (Dean war illegaler Einwanderer in die Schweiz, da er seinen Pass zuhause vergessen hatte. Die Zöllner waren glücklicherweise zu blöd, um uns zu kontrollieren) erreichten wir Winterthur mit etwas 1 ½ stündiger Verspätung. Nachdem wir als VIP’s unsere wohlverdienten Freikarten abgeholt hatten, betraten wir den Ort des Geschehens, eine Art überdimensionierte Turnhalle.
Stellte sich die Frage, wie wir unsere 1 ½-stündige Verspätung zum Interviewtermin rechtfertigen. Ganz einfach: gar nicht. Wir sind rechtzeitig. So machten wir aus dem vereinbarten Termin um 16.00 Uhr ganz einfach einen Termin um 17.30. Leider waren Slayer auf den vereinbarten Termin eingestellt. Nach kurzem Nachbohren erklärte sich Jeff Hannemann (der mit den deutschen Wurzeln, siehe Nachnahme!), dann bereit, uns ein kurzes Interview zu geben. Um die Brillianz sowohl der Fragen, als auch der Antworten deutlich zu machen, habe ich das Interview weiter gekürzt. Also, ein kurzes, aber brilliantes Interview mit Jeff Hannemann:
SS(keine Angst, das steht für Serbien/Schweiz):
Was waren eure Haupteinflüsse?
JH: Punkrock.
SS: Sind Slayer im richtigen Leben genauso hart wie in Slayer?
JH: Nö, die Musik ist hart genug, da brauch ich nicht die Strasse lang laufen und irgendeinem Typ die Scheissen rausprügeln.
SS: Wie Boxen für richtig harte Typen?
JH: Genau (lacht).
SS: Was ist das aggressivste Album aller Zeiten?
JH: Unseres (lacht) Reign in blood.
SS: Härter wie Discharge?
JH: Ja (lacht).
SS: Warum habt ihr danach nicht im gleichen Stil weitergemacht?
JH: So was machst du nur einmal. Wir wollten dann halt unseren Stil etwas verändern, so kam halt South of Heaven raus.
S (Serbien): Ihr habt in Serbien gespielt. Wie war das?
JH: Wir liebten es.
S: In Serbien gibt es eine Menge amerikafeindliche Nationalisten. Seid ihr irgendwie bedroht worden?
JH: Nö.
S (Schweiz): Slayer-Fans sind auf der ganzen Welt gleich.
JH: Genau.
SS: Heisst Slayer Sex, Drugs oder Rock’n’roll oder seid ihr eher treusorgende Familienväter?
JH: Wir sind alle verheiratet und zwei von uns haben Kinder.
SS: Du auch?
JH: Nö.
SS: Willst du welche?
JH: Nein, ich bin zu sehr mit mir selber beschäftigt (lacht).
Galt es nun, die Zeit bis zum Konzert zu vertreiben. Auf die üblichen wie die XXX aus YYY getroffen und mit ihnen die ersten Bierchen gezischt müsst ihr an der Stelle leider verzichten, denn sowohl der serbische als auch der schweizerische Teil blieben den ganzen Abend clean und geredet haben wir auch mit niemandem.
Um zehn hatten wir einen Fototermin mit Slayer. Als die in voller Montur erschienen und zwei komischen Typen mit einem Mini-Fotoapparat gegenüberstanden, löste dies doch leichte Irritation aus. Als ich noch Mühe hatte Dejan und die komplette Slayer-Mannschaft in den Focus zu kriegen, waren diese entweder belustigt oder aber leicht verärgert. Egal, hat ja halbwegs geklappt.
Slayer begaben sogleich auf die Bühne und legten los. Laut, hart, auf den Punkt. War richtig gut.
Dean (der serbische Teil) und Mani (der schweizerische Teil)
Unser Dank geht an die nette und hübsche Free and Virgin Mitarbeiterin Eva, die das alles möglich gemacht hat (Jaja, Undank ist der Welten Lohn/Stiletti).






6. February 2012