City Rats on Tour, need Help!

19. Mai 2010

Ich stelle mal einen Aufruf an den Beginn meiner Kolumne: Die City Rats aus Tel Aviv sind im Sommer auf großer Euro-Tour und benötigen noch Konzerte. Also geneigte Veranstalter, hört rein und kontaktiert:

http://www.myspace.com/cityratscrew

cityratsisrahell@gmail.com
Sind nette Jungs, immer für ne gute Party zu haben und spielen für Bier und Sprit, wie es sich eben gehört… Zupacken!

9.4. Plishat Hotfey Ha’Gufot, Do you like my shoes… Zimmer Tel Aviv
So, mein erstes Wochende in Tel Aviv muss ordentlich eingeläutet werden, was eignet sich da besser als ein kleines, aber feines Punkkonzi? Yep! Der Namensgeber wird sich jedenfalls etwas gedacht haben, als er die ganze Chose Zimmer getauft hat, die Dimensionen entsprechen etwa einem solchen. Cool eingerichtet mit seltsamen Bildern an der Band, atmosphärisch nennt man das wohl, ich habe es nicht so mit blumigen Beschreibungen. Glaubt es mir einfach oder geht selbst hin. Sehr sympathisch die Büchse auf dem Kühlschrank, in die man Geld reinschmeißen konnte, um sich dann ein Bier aus selbigem zu pflücken. Nix Kontrolle, man glaubt an das Gute im Menschen, sehr schön, es würde doch funktionieren Kinder…
Das Konzert beginnt um 5 Uhr an einem Freitagnachmittag (entspricht in etwa unserem Samstag), so dass man nachher noch ausgiebig Zeit hat, sich dem Tel Aviver Nachtleben zu widmen (aber ja doch…). Als Erstes kletterte eine nirgends erwähnte Band auf die nicht vorhandene Bühne. War aber gut, vor allem der sagen wir mal manische (hihi, ne den Gag muss man nicht verstehen…) verlieh der Band einen äh manischen Anstrich. Danach Plishat Hotfey Ha’Gufot, fantastischer Garagenpunk mit einem abartigen Maniac von Sänger, der das Zimmer zu seinem Königreich umfunktionierte, der geneigte Besucher war schon gezwungen in Bewegung zu bleiben, um halbwegs verfolgen zu können, wo er sich gerade herumtobte. Wer’s nicht glaubt überzeugt sich selbst: http://www.myspace.com/plishat. Irgendein Schlaumeier sollte da schleunigst ne Tour organisieren, Platte ist meines Wissens unterwegs, das dürfte sich dann auch lohnen… auch hier sollte sich jemand um ne Lizenzpressung bemühen, wenn das nicht schon längst unter Dach und Fach ist. Es soll ja Menschen geben, die einen guten Geschmack ihr Eigen nennen…
Do you like my shoes dann ein klassisches Garagenduo, Gitarre, Schlagzeug und losgerockt, alles auf den entsprechenden Instrumenten vorgetragen, authentisch hehe… Fein. Nach einer weiteren, etwas ruhigeren Band versammelten sich Musiker erstgenannter Bands zu einer lyrischen Punksession. Was es nicht alles gibt… Fein. Ein paar erfrischende Gespräche mit Israelis auf Drogen später, machte ich mich dann auf, die Welt zu erobern. Stichwort und saubere Überleitung mit Schlusswort: Ich habe die ganze Welt bereist und so einen Club findest du nie wieder, meinte ein Besucher zu mir, ich lass dass dann einfach mal so stehen und verabschiede mich fürs Erste…

12.4. Ordnungsamt Prozdor Bar, Tel Aviv
Ja, das eine Lied, das ich noch mitgekriegt habe, war ganz gut – muss aber auch, ist ja aus Berlin. Man sollte sich vom „Hier fängt alles spät an“, dann halt doch nicht ganz in die Irre führen lassen… Nettes Hinterzimmer in einer Bar, in das ich schon gar nicht mehr reingepasst habe…

16. 4. Opiods, Zimmer Tel Aviv
Schon wieder im Zimmer, schon wieder ein Nachmittagskonzert. Tel Aviv birst echt über vor Veranstaltungen, ich komme hier kaum mehr nach… Also zuerst eine Band, die so einen Mix aus Elektronischer Musik und Punk äh spielten, ich glaube, dass nennt man dann Elektroclash. Nett… ich denke, das ganze Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, da dürfte durchaus etwas heranwachsen, mal gucken, was da noch auf uns zukommt. Ach ja, ja, ich bin stetig dabei, meinen Horizont zu erweitern…
Danach Opiods, die nicht umsonst The Cure, Joy Division, usw… in der Freundesliste stehen haben. Die düstere Musik stand doch einem deutlichen Gegensatz zur relaxten, ja fröhlichen Stimmung, in der das alles präsentiert wurde; kräftiges Organ die Sängerin… sehr gut. Wer sich die Richtung begeistern kann, hört über die üblichen Kanäle mal rein, ich habe es, wie schon erwähnt, nicht so mit blumigen Beschreibungen. Im Übrigen habe ich drei Bier getrunken während des Konzertes, ist ziemlich interessant, nicht wahr? Später am Abend dann noch mehr, jaja… Danach habe ich mit dem Betreiber noch einen Interviewtermin ausgemacht, dann ging es auch schon weiter, denn am Abend wollte ich
16.4. Not on Tour, The Testicles, Rogatka Bar Tel Aviv
den nächsten Event aufsuchen. In der relativ umstrittenen Rogakta Bar: Es gab hier mal eine recht heftige Debatte: In der Rogatka Bar werden keine IDF-Soldaten in Uniform bedient, was in Israel ein anderes Statement ist als anderswo, und dann zu Boykott-Aufrufen, usw… geführt hat. Vielleicht kann ich da bald mal mehr berichten.
Auf jeden Fall mal ne ziemlich coole Location. Ich glaube, bereits erwähnt zu haben, dass ich es nicht so mit blumigen Beschreibungen habe, Fotografieren ist ebenfalls nicht so meines, also baue ich halt mal wieder darauf, dass man mir das abnimmt oder selbst hingeht. Ich kam gerade rechtzeitig zu den Testicles, israelischer Streetpunk neuerer amerikanischer Prägung sage ich mal… Zur Orientierung nenne ich mal solche Bands, die The Unseen oder ähm ähnliche… ich kenne mich da nicht sonderlich gut aus. Auf jeden Fall fein. Das dazu passende Publikum war auch da, Nieten, Stachelhaare, ein paar Skinheads… yep.
Dann spielen Not on Tour zum Tanze auf, und ich weiß jetzt echt nicht, ob das alles meinem augenblicklichen Enthusiasmus geschuldet ist, endlich mal wieder was Neues und Überraschendes zu sehen, oder ob die wirklich so gut sind, wie ich sie, während ich das tippe, in Erinnerung habe – was für ein Scheißsatz! – aber die waren Klasse. Da waren Anklänge von kalifornischen Punk, sowohl älterer – genau die klassischen fantastischen wie Circle Jerks, Adolescent, und wie sie alle heißen – als auch neuerer Prägung mit einem ordentlichen Hardcore Einschlag versehen und eben diesem gewissen, nennen wir es mal israelischen Etwas versehen. Brachten auch eine Menge Leben ins Publikum, Crowd going crazy you know… Und schon wieder ein kräftiges wirklich gut anzuhörendes weibliches Organ… Platte folgt wohl bald auf einem amerikanischen Label, also Augen auf. Es war noch recht früh, also ab ins Tel Aviver Nachtleben… bevor ich mich dann bald wieder mit einem Bericht aus der heiligen Stadt wieder melde…

17.4. D9, Dirk Diggler, Concrete Facial, Uganda Jerusalem
Grindcore-Overkill in der heiligen Stadt! Aber beginnen wir, wie es sich gehört, am Anfang. Am Samstagabend nach Schabbat (der jüdische Tag beginnt am Abend und hört auch am Abend wieder auf) mit dem ersten Bus nach Jerusalem. Bei der Ankunft habe ich festgestellt, dass ich den eigens für diesen Anlass kreierten Notizzettel mit der Adresse des Clubs und Wegbeschreibung zu meinem designierten Pennplatz irgendwie verschusselt habe… Naja, zwei Telefonate später sind wenigstes die Adressen wieder da, die Wegbeschreibung war unwiederbringlich verloren, was bedeutet, dass ich gegen später gezwungen war, Taxi zu fahren, was mich nicht einmal unbedingt bloß aufgrund meiner eidgenössischen äh Sparsamkeit… ärgerte, ich hatte mich tatsächlich auf einen romantischen Nachtspaziergang durch die heilige Stadt gefreut… Naja, es wird schon irgendwie weitergehen…
Das Uganda liegt mitten in der Fußgängerzone in Jerusalem, wo das Leben nach der religionsbedingten Ruhepause schon wieder blühte… Übriges echt erstaunlich, wie viele Menschen hier zu jeder möglichen Uhrzeit auf den Beinen sind… hätte ich in Jerusalem nicht so erwartet. Gefällt mir und auch ne verdammt nette Ecke. Zurück zum Uganda: Wohl die Adresse für Alternativ-, Subkultur, etc… in Jerusalem. Bar mit kleinem Comicladen, und einem kleinen aber feinen Konzertraum nebenan. Der Macher vom hiesigen Urban Decay Label hatte dann gleich daneben seinen Plattenstand aufgebaut. Ja, den Anfang machten Concrete Facial aus Israels Provinz – cooles Styling mit blutverschmierten Masken und Klamotten – , mit Grindcore, danach Dirk Diggler, die ebenfalls dem Grindcore fröhnten, abgerundet wurde der Abend durch D9, jaja ratet mal… Alle saugut, und nein, ich habe darüber nachgedacht, das hat nichts mit meinem Enthusiasmus zu tun, die sind wirklich alle saugut. Bei Konzerten geht es ständig drunter und drüber, alles tobt und springt herum, Publikum und Band sind nach einer Weile kaum mehr zu unterschieden, als Anhaltspunkt dienen allenfalls noch irgendwo herumhängende Instrumente. Ja, das mit den blumigen Beschreibungen schenke ich mir, wer sich dafür interessiert, der hört rein, man weiß ja wo… Danach wieder in die Altstadt, mittlerweile noch belebter, richtig schön, ja das hat schon was. Ich komme also doch noch zu meinem romantischen Nachtspaziergang, muss aber unvermeidlicherweise irgendwann auf ein Taxi zurückgreifen… Und während ich das tippe, wird hier der Unabhängigkeitstag gefeiert, irgendwo in meiner Nachbarschaft laufen alte Pophits mit hebräischen Texten versehen, ich kenn die alle, aber komm, auf Teufel raus, nicht drauf… Anyway, ich sehe mir das später mal an…

23./24. 4. Pizuz ba Kibbuz, unzählige Punk- und Hardcorebands, Elektroevents, usw… Kibbuz Harel, Beit Shemesh
Dieses Wochenende sollte also das große Festival der schon erwähnten Rogatka Veggiebar stattfinden. Sinnigerweise wurde die ganze Veranstaltung in einem Kibbuz bzw. in der Nähe eines solchen abgehalten. Mit dem letzten Bus (15.15! jaja Schabbat…), den ich in sprichwörtlich letzer Sekunde erreichte – musste noch Bier kaufen, hehe –, fuhr ich am Freitag Nachmittag zu dem ca. 50 Kilometer südlich von Tel Aviv gelegenen Kibbuz. Weil ich nicht ganz so sicher war, wo ich genau aussteigen sollte, sprach ich zwei junge Israelis an, die so aussahen, als ob dasselbe Ziel hätte wie meiner einer. Ich lag goldrichtig, also stand zumindest der Ankunft nichts mehr im Wege. Zu Fuß legten wie die letzten Meter zum Festival zurück.
Dort angekommen erkundete ich erstmal die Örtlichkeiten. Richtig nett in einem kleinen Wald gelegen, 2 Bühnen aufgebaut, eine für die ganzen Punk- und Hardcorebands, eine für die Techno (im weitesten Sinne…) DJs…  – wobei man eher von einem sogenannten Floor sprechen müsste, einem Naturfloor in diesem Fall. Ja, so war das doch eigentlich auch gedacht… Egal, auf jeden Fall schnucklig, das Ganze, ich hätte mir alles irgendwie größer vorgestellt, für mehr Besucher angelegt, vielleicht rechne ich doch noch zu sehr in unseren Dimensionen… Wie auch immer, mir konnte es nur recht sein. Darumherum gab es Bier und vegane Essensstände, eine Art Miniinfoladen und der Macher des Urban Decay Records Label hatte irgendwo noch seinen Plattenladenstand aufgebaut, wo ich mich mit dem Notwendigsten an israelischen Punk und Hardcore versorgte – gute Bands übrigens, aber ich glaube, das habe ich weiter oben schon einmal gesagt…
Da trotz fortschreitender Uhrzeit und geplanten ca. 15 Bands nicht und niemand daran dachte, auf die Bühne zu steigen, begab ich mich auf eine kleine Erkundigungstour. Immerhin hielt ich mich in der Nähe eines Kibbuzes auf – eine der Institutionen schlechthin, für die Israel weithin bekannt ist, unter anderen… Mh, wie so ein groß geratener Bauernhof, nicht so interessant, kann natürlich aber auch sein, dass der Kibbuz, der sich mir darbot, einfach nur schlechtes Anschauungsmaterial war. Irgendwann fing dann auch das Konzert an, viele gute Bands wie fast immer hier, als Gewinner bezeichne ich mal Mondo Gecko und die bereits erwähnten Not on Tour, aber auch die Grindcore-Bands, die den Anlass grunzenderweise eröffneten, fanden durchaus Gefallen… Den Abschluss machten drei Tel Aviver Streetpunkbands, ich war erstaunt über die Fitness, schließlich waren die Musikanten alle schon seit den frühen Nachmittagstunden kräftig am bechern… Square Brats, Anti-Globe… gefällt. Mittlerweile war es schon wieder hell, im Technofloor ging es natürlich noch weiter bis… lange. Cool. Wenn wir schon dabei sind nutze ich die Gelegenheit, um ein bisschen Propaganda zu betreiben: Die City Rats sind im Sommer auf großer Europa-Tour und suchen noch Gigs, vielleicht kann da jemand helfen: http://www.myspace.com/cityratscrew (ja siehe oben…)
Ach ja, der ganze Anlass fand in der Nähe der Wüste statt, weshalb dummerweise das Klima selbiger angenommen wurde: In der Nacht arschkalt, am Tag arschheiß (nicht gerade die fantasievollste Adjektivverwendung, ich weiß…). Mit anderen Worten: Zuerst fror ich in meinem Schlafsack wie die Sau, dann wurde ich wie die Sau von Ameisen gebissen – so fiese Riesendinger – und zuguterletzt schwitzte ich wie die Sau (nicht gerade die fantasievollste Nomenverwendung, ich weiß…), um zu schlafen… egal. Am Samstag begannen die Konzerte dann am Nachmittag, schließlich wird am Sonntag hier wieder gearbeitet. War aber ganz angenehm… ja, wieder gute Bands, gutes veganes Essen und gutes Bier für wenig Geld. Abends dann zusammen mit ein paar Tel Aviv Punks, die noch ein Schild abmontierten, zurück nach… na? Eigentlich wollte ich mich nur ein bisschen ausruhen, um noch einmal voller Elan ins Nachtleben zu stürzen, leider kam ich nicht mehr hoch… ja ja, so geht es… Schöner Anlass, was soll man da noch sagen… Ich war dabei, ihr nicht, aber ich glaube alles in allem stehen euch mehr Optionen zur Verfügung… Ach ja, der größte Dämpfer des Festivals war seltsamerweise ein deutscher Punk… Nein, nein, ich bin Ausländer…

28.4. Bitter Jews, Ravnitzki 7, Tel Aviv
Cool. Die bitteren Juden releasen ihre Doppel LP, laden eigens deshalb zum Tanz, und alle stehen rum. Auch ich. Gefällt mir. Elektronischer Kram, die Attitude ist Punk, deshalb gehört das hierher und zwar mehr als äh… naja viele Punkbands. Gut. Besser noch als diese Besprechung und das ist schon mal ein Ausrufezeichen. An die Kanonen Männer (und MännerInnen…)!

30.4. in nem Park in Tel Aviv
Die 1. Mai zieht quasi vor meinem Fenster vorbei, also schließe ich mich einfach mal an. Moment mal… das Datum? Ist schon richtig, morgen ist Schabbat, da darf nicht demonstriert werden, hehe… Viele rote Fahnen, dieser total verrückte Che Guevara ist auch mehrfach da, Hammer und Sichel… das mal als ungefähre Richtungsangaben… friedlich die ganze Sache, nicht Berlin oder Zürich. Kundgebungen, die Reden machen mir Hoffnung, mein Ivrit wird immer besser. Reggea und Tanzen gebe mich mir, aber beim Ska muss ich dann gehen, so weit kann ich dann doch nicht über meinen Schatten springen.

1.5. Plishat Hotfey Hagufot und viele mehr… irgendwo in Tel Aviv an einem Bach
Ja ja, am ersten Mai an sich findet natürlich auch etwas statt… Ne, natürlich habe ich mich nicht verfahren, der veritable Warrior zeichnet sich durch ausgezeichnete Instinkte aus… zu stolz, um die Nummer auf den Flyer anzurufen? Von wegen, ich schaffe es alleine! Zwei Stunden zu spät, aber natürlich rechtzeitig… Netter Platz an einem Bach, wieder ne Bühne in die Natur gepflanzt, veganes Essen billiges Bier, die Veranstalter waren in etwa dieselben wie eine Woche zuvor bei dem Festival… puh, die erste Band war mir zu Hippie, leichtes Unwohlfühlen stellte sich ein… die fantastischen Garagenpunker von Plishat müssen es rausreißen und das tun sie auch… danach muss ich gehen, denn es geht weiter. Wieder einmal kreativ und liebevoll aufgezogen, mir persönlich dann halt doch ein wenig zu… äh zu Hippie… Familien mit Kindern, Hunde und so Kram… habe ich schon angetönt, dass ich Mühe habe, über meinen Schatten zu springen? My Rules, Baby… abwesenderweise Daumen hoch. Klar, My Rules, aber die gelten echt nur für mich.
1.5. Purgen, Dead Rabinz, City Rats, Barzilay Tel Aviv
Das ist zu punkig, ich glaube, ich schlittere in ne Identitätskrise (keine Ahnung die wievielte…). Naja egal… Hauptsache, ich seh gut aus. Die Bands sind gut, ich nicht so… Feiner Streetpunk der englischen 82er Schule… Naja, das mit den blumigen Beschreibungen… City Rats sind geil, Dead Rabinz (cool, wer könnte da denn Pate gestanden haben?) noch geiler und Purgen nicht mehr ganz so geil, aber auch gut. Auf dem Nachhauseweg kaufe ich mir in einem 24Stundenshop ein Bier, sehe mich um und denke mir, dass Tel Aviv ein guter Platz ist, nicht so besonders beliebt zu sein… Keep on rockin Baby… Purgen spielen jetzt noch zweimal, aber ich glaube, ich gehe nicht mehr hin, die Bands von hier sind irgendwie cooler.

11.5. Ori Shochat, Jackson Bar Tel Aviv
Gab hier wohl technische Schwierigkeiten, aber jetzt bin ich wieder am Start für die wenigen, die das tatsächlich lesen. In Zukunft in noch kompakterer Form… Ich bin ja nicht zum Spaß hier. Dieses Mal Hip Hop, aber da ihr im Gegensatz zu mir nicht im Ghetto aufgewachsen sein, könnt ihr es ohnehin nicht verstehen, also schreibe ich konsequenterweise auch nichts. Die Bars hier sind arschteuer, nachdem ersten Bier musste draußen sitzen. Zum Glück ist hier immer alles offen und zum noch mehr Glück sehe ich gut genug aus, um die monetären Nachteile wett zu machen.

14.5. The Schmocks, Rutsi Buba, Zimmer Tel Aviv
Wieder einmal das Zimmer. Den Reigen eröffneten die Buben von Rutis Buba, schöner durchgestylter Rockabilly, durchaus mit Punkeinschlag, der live wohl noch mal ein Stück mehr durchschlägt. Ich weiß nicht, ich habe mich die ganze Zeit als Teil eines Filmes gefühlt, weiß aber nicht welchen. Eis am Stiel wäre zwar naheliegend, aber das war es nicht, dazu war es zu rauh, aber vielleicht irgendwie doch… Irgendsonen 50ties Kram. Coole Mütze, auf jeden Fall! Die Musik von den Schmocks ist kaum zu beschreiben, deshalb verzichte ich auch einfach darauf. Ich mag dieses in keine Schubladen packen ja echt nicht, aber hier zählt definitiv die Idee und die ist gut, genauso wie die Musik im Übrigen. Geil. Aber ich glaube, sie geht zu Ende, sowas in die Richtung kam jedenfalls von der nichtvorhandenen Bühne.

18.5. Mujaheedin and lots more, irgendwo in einem alten Fabrikgebäude in Jerusalem
In Jerusalem findest du den wahren Underground, nicht in Tel Aviv, Mann! Hörig wie ich bin, folge ich den Anweisungen und überzeuge mich vor Ort. Erstmal stundenlang durch Jerusalem gedackelt, und erstaunt festgestellt, dass es in manchen Viertel echt ne Weile dauert, bis man einem nicht-orthodoxen Juden über den Weg läuft, also vice versa, viele orthodoxe Juden. Ja klar, ist ja auch Jerusalem, dennoch krass. Schöne Stadt, aber irgendwas liegt dann in der Luft… Ja klar, ist ja auch Jerusalem, dennoch krass, hehe… Nach stundenlangem Wandern, das ich durch die eine oder andere Bierpause erträglicher gestaltet habe, dann endlich am Ort des Geschehens angekommen. Dass ich einen fetten Karton beiseite schieben musst, um die Örtlichkeiten zu entern, hat nichts damit zu tun, dass ich prellen wollte, sondern schlicht mit meiner Blödheit, den richtigen Eingang zu finden. Bin selbstverständlich zur Kasse marschiert und haben den Eintritt ordentlich gelöhnt, 2Euro by the way für eine Unzahl von Bands… Nett übrigens, irgendwo im dritten oder vierten Stock eines Fabrikaraels… mit Möglichkeit zum draußen stehen und Überblick über das Industrieareal drumherum, ja da bricht der Ghettogangster in mir schon wieder durch… in the holy city! Bands ebenfalls klasse, die eine habe ich schon einmal gesehen, aber irgendwie den Namen vergessen, war aber geil… ja ich weiß, von so einer Beschreibung hat man als Leser nicht so viel, ich werd’s nachholen… Mujaheddin waren grandios, das Ganze untermalt mit einer Videoshow, richtig klasse, Sänger, Schlagzeuger, Drumcomputer, Punk! Reinhören! Ich sag’s ja, da liegt was in de Luft… Danach zum ersten Mal hier getrampt und gleich reüssiert… was mir netterweise die Gelegenheit gab, in Tel Aviv bis in die Morgenstunden zu saufen…

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