Die Spenderniere

27. November 2009

Ich gebe ja zu, sehr geehrte Bundesrepublik Deutschland,
dass es ziemlich pervers ist aus Mangel an Knete eine seiner eigenen Nieren übers Internet an Dritte zum bestmöglichsten Tarif wie im Falle des erst 18 jährigen Wodka-Deutschen Andrej Y. zu versteigern. Umgekehrt  muss ich aber  rückfragen ob das Verhältnis der Perversität nicht noch um einiges höher liegt, wenn Sie wiederum versuchen diese zu toppen indem Sie sich das Recht herausnehmen dem unanonymen Alkoholabhängigen zu verbieten sein Vorhaben  in die Tat umzusetzen. Worum geht es Ihnen eigentlich bei diesem Verbot? Wirklich um den im zweiten Lehrjahr stehenden Einzelhandelskaufmann (Abteilung Spirituosen) Andrej, dessen Einzelschicksal Ihnen scheinbar so dermaßen am Herzen liegt, dass Sie für einen Moment sogar vergessen, diesen der Kategorie guter oder schlechter Ausländer zuzuordnen?
Und überhaupt: Wie stellen Sie sich die Problembewältigung des jungen Mannes vor?
Auf welche Art und Weise dürfte es dem von Ihnen Angeklagten ansonsten möglich sein, seinen täglichen Bedarf an Kartoffelschnaps zu finanzieren? Um auf dem Strich erfolgreich zu sein ist der Junge nun mal leider zu hässlich, um sich in lukrative Schwarzgeldaffären verstricken zu lassen hat sich Andrej bisher zu wenig mit Politik beschäftigt und der Markt für Waffenschieber ist durch das Überangebot von Staatlicher Seite seit einigen Jahrzehnten bekanntermaßen völlig im Arsch. Sehen Sie.
Nicht nur deswegen sollten Sie sich ein wenig zurückhalten. Ich könnte ja noch im weitesten Sinne verstehen wenn Sie ihm verbieten wollten, dass er seine Leber verkauft, damit Sie später nicht wieder die Fresse aufreißen müssen weil die Krankenkassen aufgrund solcher Fälle nicht genügend Geld in die Feldlazarette der bundesdeutschen Friedenspanzer AG investieren können respektive wollen. Aber was bitteschön geht Sie seine gottverdammte Niere an?
Etwas ratlos               Titanic(Opa Knack)

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6. February 2012

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