Kämpft für ein deutsches Mallorca – oder: wir brauchen einen 18. Bundesstaat !!!!!!

27. November 2009

Früher war zwar nicht alles besser aber wenigstens so manches einfacher. Zumindest was das Reisefieber betraf. Vor einiger Zeit hatte man immerhin die Möglichkeit auch im alljährlichen Urlaub am noch so entlegensten Fleckchen Erde fern jeglicher Zivilisation, auf einen seiner geliebten Landsleute zu treffen und gemütlich die BAMS gegen die Welt am Sonntag zu tauschen. Traf man unverhoffter weise dann doch auf den ein oder anderen Teutonen der unverständlicherweise nichts mit einem zu tun haben wollte, wusste man genau, das ist einer jener extra terroristischen Terroristen der nur durch glückliche und äußerst fragwürdige Umstände die selbe Staatsangehörigkeit wie man selbst erlangen durfte.
Doch heute sieht die Sachlage leider etwas anders aus: Die Chance an einem wunderschönen, idyllischen Fleckchen Erde sich fernab von mitteleuropäischem und darüber hinaus unterdurchschnittlichem Schlafzimmersex mit den Einheimischen zu unterhalten, zu besaufen ab und an auch mal in der Horizontalen zu verkehren, liegt zwischenzeitlich nahezu bei Null. Natürlich nicht für Snobs die nen Haufen Schotter dafür hinblättern. Der kleine Mann von Welt hingegen, investiert nun mal seine hart erarbeitete Kohle viel lieber in ein modernes Reihenhaus oder den Zweitwagen seiner Frau damit diese ungehindert fremdgehen kann, während er sich ungestört die 0190er Nummern außem neuen Coupe zu Gemüte führt.
Und wer ist an der ganzen Misere Schuld ? Soll ich’s euch verraten?
Diese querdenkenden, unangepassten Klugscheißer, die seriöse Bürger wie uns als Mallorca Prolls beschimpfen und unseren zahlungskräftigen Ruf im Ausland mutwillig zerstören. Dabei sind wir doch beileibe keine Proleten. Schließlich machen auch wir uns vor dem Urlaubsantritt ernsthaft Gedanken über die kulturellen Gepflogenheiten des anvisierten Landes und versetzen uns mit allen uns verfügbaren geistigen Mitteln in die Lage der einheimischen Untermenschen. Nicht zuletzt am Stammtisch wird darüber nachgedacht, was eigentlich Schnitzel mit Pommes auf Ägyptisch heißt? In welchen Ländern man Sauerkraut nach bayrischer Art bekommt? An welchen Orten man sich auch ohne Fremdsprachenkenntnisse hervorragend durchschlagen kann oder zumindest seine Französischkenntnisse am günstigsten in hemmungslosen Hardcore-Sex umsetzen kann ? In welchen Moscheen es die ralligsten Weiber gibt. Wo man noch keine Kondome kennt. Und so weiter und so fort…
Aber nicht nur das:
Sommer für Sommer stellen sich Abermillionen reiselustiger Bundesbürger wie ich besorgt die Frage nach dem rechten Benimm im fremden Land. Doch so vorbildlich starten leider nicht alle Touristen in ihren Urlaub. Und das trotz Breitbandkabel, trotz unseren weltoffenen Kosmopoliten Matthäus und Becker. Selbst die detaillierte Aufklärung durch Tom Gerhard, Stefan Raab, Ingo Appelt und Kollegen hindert ein kleines Grüppchen hartgesottener Tramper-Trampel, Pauschal-Marodeure und Clubberer (nein keine FCN-Fäns) nicht daran, das kultivierte Gesamtbild der deutschen Leitkultur auf infamste Art und Weise in den Dreck zu ziehen. Hemmungslos konsumieren diese Frevler ausländische Erzeugnisse und Spezialitäten. Gleichzeitig verschmähen sie unsere explizite feine deutschen Hausmannskost. Selbst beim Bier, wo entgültig der Spaß aufhört, greifen sie statt zu ner arischen Halbe zu ner gemischtrassigen Cerviza, zu nem nach Spagetti riechendem Bierra oder gar nem gepanschten Billig-Vino. Ja wenn dieser wenigstens noch mit deutschem Frostschutzmittel gestreckt worden wäre, was ihn schon wieder viel sympathischer gemacht hätte, doch diese Chaoten achten penibel darauf dass dem nicht so ist.

Um zu verhindern dass noch mehr unserer Landsleute vom rechten Weg abkommen, müssen diese, bevor sie sich ins Ausland begeben, zukünftig zuerst folgendem Psycho-Test erfolgreich unterwerfen. Probieren Sie doch gleich selber mal an sich aus, welcher touristischen Strömung Sie angehören? Darf man Sie überhaupt ruhigen Gewissens außer Lande lassen ohne dass Sie unserm geliebten Deutschland Schande über Schande bereiten?
Darüber hinaus wird sich herausstellen ob sie eher ein sanfter Tourist oder einer von der harten Sorte sind. Here we Go:

1. Sie lassen sich in Kalkutta von einem Taxi ins Hotel fahren. Der Chauffeur fordert das dreifache vom üblichen Preis. Wie reagieren sie?

a) Sie geben ihm das vierfache und legen noch so lange etwas nach, bis ein beschämtes Staunen das verschlagene Gesicht des Mannes erhellt.
b) Sie nehmen gar kein Taxi. Sie lassen sich nach Landessitte von vier kleinen Kindern zum Hotel tragen. Preis: 1 Bounty für alle.

2. An der rumänischen Schwarzmeerküste wird Ihnen das einzige Schnitzel des Landes speziell auf Ihren Wunsch hin serviert. Leider erweist es sich als zu zäh. Wie handeln Sie?

a) Sie sind gerührt über den kleinen Versorgungsengpass und stecken dem Kellner die Schuhsohle die er Ihnen servierte „für die hungrigen Mäuler daheim“ zu.
b) Sie geben dem Kellner zu verstehen dass Sie so ein Schnitzel unter dem legendären Ceaucescu, unter dem noch Zucht und Ordnung herrschte, sofort der Securitate gemeldet hätten und außerdem „ Hätts’ das beim Adolf net gegeben“.

3. Während einer Wanderung durch den Tibet bemerken Sie dass Ihr alltäglicher Sherpa heute nicht besonders in Form ist und doch sehr ins Schwitzen und Stöhnen gerät. Was tun Sie?

a) Sie steigen selbstverständlich sofort ab und nehmen auch eine Tasche.
b) Sie machen dem simulierenden Faulpelz Beine mit dem originellen Ruf: „Geht’s nicht noch etwas lama? Dalai, Dalai!!!“

4. Als Dorftourist im Senegal wollen Sie unbedingt den Hausgott des Häuptlings kaufen. Obwohl Sie dem Besitzer bereits horrende Summen auf den Tisch des Hauses geblättert haben, will der Alte seinen handgeschnitzten Holz-Gott nicht hergeben. Wie versuchen sie ihn rumzukriegen?

a) Sie erklären dem Häuptling „Faß ohne Boden“, dass der Gott nicht mehr wirke, weil das Verfallsdatum abgelaufen wäre.
b) Sie erstatten Anzeige gegen den Häuptling wegen mutwilliger Geschäftsvereitelung

4. Sie reisen nach Bangkok und zwar der Liebe wegen. Wie bereiten Sie sich vor?

a) Sie studieren mit Ihren Stammtischbrüdern eine kleine Anzahl nahöstlicher Canzones d’amore – man ist schließlich romantisch veranlagt – und der Karl-Heinz bringt sein Schifferklavier mit.
b) Das Schifferklavier bleibt zu Hause, es wird georgelt was preiswert und minderjährig ist.

5. Sie besuchen ein Menschenfresserreservat und werden dort sofort mit offenen Töpfen empfangen. Wie reagieren Sie?

a) Sie machen das Späßchen mit und lassen sich nach guter alter Landessitte würzen und zubereiten.
b) Sie bestehen darauf original wie bei Muttern (Hallöle Gerda!) „Krieg ich jetzt meine Apfelrotkrautfüllung, ja oder nein?“ – zubereitet zu werden.

7. Bei einer Wanderung durch die Hochalpen stellen sie einen enorm seltenen, vom Aussterben bedrohten und daher schier unbezahlbaren Blumenstrauß zusammen. Dabei lösen Sie ein Gerölllawine aus. Wie handeln Sie?

a) Sie opfern den schönen Strauß bei den Beerdigungen der Anwohner
b) Sie erstatten Anzeige gegen die Bergwacht wegen unbefestigter Alpen.

Auswertung:

Typ A: Sie sollten ihre Stadt nicht verlassen. Noch nicht einmal ihr Zimmer!

Typ B: Reisen Sie! Reisen Sie viel und bleiben Sie auch weg!

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7. February 2012

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