Pankerknacker #22

Pankerknacker #22

15. Oktober 2009

Alles heult und winselt aufgrund der bösen, bösen Krise, nur Oma Knack, die renitente Tunte pisst mal wieder gegen den Wind und wird ab 2010 den Sprung an die Bahnhofskioske Großdooflands wagen, um endlich und endgültig in die Phalanx der hiesigen Fanzine-Oligarchen Trust, Ox, Plastic Bomb und Taugenix einzudringen.
Und die Entwicklung die das Heft mit dem furchtbar albernen Namen in den zwölf Jahren seines Bestehens genommen hat ist dabei mehr als beachtlich: 1997 als pöbelhafte, mit allerlei Genitalienbildchen verzierte „cut-and-paste“-Gossengazette von einer Bande spätpubertierender und deutschpunkaffiner Schwarzwaldtölpel-Tölpel gestartet, reifte es binnen weniger Jahre zur tipptopp gelayouteten Instanz in punkto smart-investigativem Punkrock-Journalismus heran, welche überdies auch eine kontinuierlich zunehmende Bedeutung als Veröffentlichungsplattform für die literarischen Ergüsse von einigen der besten Underground-Poeten Deutschlands erlangte.

Bewundernswert obendrein, dass es Knack und seinen Schergen über all die Zeit gelang die Aufbruchstimmung und das enthusiastische Feuer der frühen Tage stets am Lodern zu halten, denn abseits von dem jämmerlichen „Früher war alles besser …“- oder „Es könnte ja alles so geil sein, wenn nicht …“-Gejammer scheintoter alter Säcke, gibt es hier immer noch die volle Dröhnung an Attitüde und Leidenschaft!
Das sich dabei eine antifaschistische, antisexisitische und antihomophobe Grundeinstellung von selbst verstehen, sollte klar sein, doch anstatt sich in wehleidigen Essays lang und breit über die 99 Prozent Humanabfall, mit dem man sich leider viel zu häufig herumschlagen muss (und das nicht nur im metaphorischen Sinne …), auszulassen, wird dem Abschaum der Welt einfach nur mal kurz aber unmissverständlich der berotzte Mittelfinger entgegen gestreckt, um sich dann doch lieber den heiteren Aspekten des Lebens zu widmen, als da wären: Sex, Rock’n'Roll und (Real-)Satire in all ihren schillernden Nuancen.

Pankerknacker #22 out now !!!Bezogen auf die aktuelle Ausgabe, von der Signore Celentano in unnachahmlich cooler Pose grüßt, liest sich das wie folgt: Eine vierseitige Abrechnung Christoph Parkinsons mit einer schweizerischen Faschofotze, gefolgt von zumeist klasse geratenen Short-Stories solcher Granaten wie Jan Off, Klaus N. Frick, Jess Jochimsen, Don Crischan und Mika Reckinen, informativen (SOZIEDAD ALKOHOLIKA, Rock’n'Roll Herberge Berlin) oder zumindest erquicklichen (der überraschender Weise wohl immer noch weiter verblödende Wattie von EXPLOITED) Interviews sowie erstaunlichen Erlebnisberichten vom letzten Force Attack, der MALADROITS-Tour 2009 oder der Hochzeitsfeier des BAD NEWS-Gitarristen Kühli. Natürlich nicht zu vergessen die wohl hingebungsvollste Metal-Kolumne in Deutschlands großer, weiter Fanzine-Landschaft und der gewaltige Sack voll ausführlicher und wirklich liebevoll verfasster Reviews

Keine Frage: Der gute, alte Pankerknacker war, ist und bleibt gewiss auch eine der wichtigsten Punkrocker-Pflichtlektüren überhaupt!

[Hans-Olaf Henkel]

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2 Kommentare

  • der bussi (-bizar)
    18. Dezember 2009

    zu wenig oi! drin…sonst alles richtig gemacht! hehehe

  • stiletti
    19. Dezember 2009

    wir haben unseren bussi auch lieb

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6. February 2012

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