PLASTIC BOMB #67

9. Dezember 2009

80 DIN A4-Seiten inklusive CD; 3,70,- plus Porto; Postfach 100205, 47002 Duisburg
Boh, was für’n selten schäbbiges Cover… Sowat muss man sich ja auch erstmal trauen, mein lieber Freund und Schlüpferhüpfer: Da kriegt man ja Augenkrebs von! Sobald man jedoch das Heft aufgeschlagen hat und sich die Glubscher von dem krassen Farbschock einigermaßen erholen konnten, kracht einem aber natürlich der gewohnt-liebgewonnenen Knüppel geballter Szeneneuigkeiten straight into the Fress. Diesmal sogar mit Farin Urlaub-Interview: Ob denn wohl jenem Umstand auch der selten scheußliche Bravo-Ripoff-Umschlag geschuldet ist?! Jedenfalls bekommt es der gute Herr Vetter hier natürlich mit Fragen konfrontiert, die er wohl kaum aus der Mainstream-Jugendpresse gewohnt sein dürfte und gerät demzufolge auch ab und zu mal ein wenig ins Schwimmen… Trotzdem sympathisch. Sogar noch viel besser, weil schonungslos offen in mancher Hinsicht, das Frage-und-Antwortspielchen mit Marc Ader und ein weiteres Highlight stellt gewiss der Peking-Reisebericht von Tanja Trash dar. Ihr Buch „Maisbier und Buttertee – Leben und Überleben in China“, aus dem betreffende Anekdoten entnommen wurden, scheint wohl durchaus eine Empfehlung wert zu sein. Auch der kolumbianische Anarchopunk Marco weiß spannende Eindrücke über die Szene seiner Heimat zu vermitteln und in den „Geschichten aus der Gruft“ wird diesmal über das verpfuschte Leben des neonazistischen Fotzenschnitzels Dan Burros berichtet. Den gewaltigen Haufen weiterer Highlights möchte ich dann mal eben noch aus Gründen der Platzersparnis im Schnelldurchlauf abhaken, als da wären: Interviews mit dem Ventil Verlag, der anarchosyndikalistischen Zeitung Direkte Aktion, der NEW MODEL ARMY, THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY, ATTENTAT SONORE und den mächtig auf dicke Hose machenden RF7, einer vierseitigen Abhandlung Michas, über die seines Erachtens nach 15 besten Deutschpunk-Platten aller Zeiten und, und, und… Wahrhaftig, eine prächtig geratene Ausgabe, ich möchte sogar behaupten eine der besten Bomben, an die ich mich seit langem entsinnen kann und tatsächlich sogar so gut, dass noch nicht einmal das schändliche Fehlen der Chris Scholz-Kolumne allzu arg ins Gewicht fällt: Chapeau! [ben accident]

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6. February 2012

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