UNDERDOG #28
76DIN A5-Seiten inklusive CD; 2,50,- plus Porto; Fred Spenner, Narzissenweg 21, 27793 Wildeshausen
Durchaus beachtlich, wie es dem guten Fred seit bestimmt schon gut und gerne zehn Jahren gelingt, alle Monate ein derart knalliges Infotainment-Geschoss auf seine Mitmenschen loszulassen. In gewohnter Manier werden dabei die ersten knapp 30 Seiten, nebst ein paar weniger Kolumnen (sehr nett unter anderem: „Wie ich zum Spießer wurde“), fast ausschließlich für politische Aufklärung verwandt. Mitschreiber Jimmy Boyle verfasst dabei eine lesenswerte Abhandlung über die „moralische“ Indoktrination seitens Staat und Kirche anhand des Beispiels der Berliner „Pro Reli vs. Pro Ethik“-Debatte und das Plauener Hausprojekt Schuldenberg wird mittels eines ausführlichen Gespräch mit Mitbetreiber Kristian vorgestellt. Danach darf sich der Leser dann verdientermaßen bei dreierlei Bandinterviews entspannen, wobei jenes mit HOSTAGES OF AYATOLLAH zwar an und für sich informativ, aber leider vom Inhalt her auch fast deckungsgleich mit dem vor einiger Zeit im Ox erschienenen ist. Da die beiden Hefte allerdings zu großen Teilen bestimmt unterschiedliche Käuferschichten ansprechen, geht das dann aber auch schon wieder klar… Wenig gehaltvoll und eher irrelevant erscheint mir hingegen der Wortwechsel mit RASTA KNAST und die Notwendigkeit Michel von den furzöden WILDE ZEITEN zu befragen, erschließt sich mir dann noch weniger. Auch der sechsseitige Comic firmiert nach meinem Geschmack mal wieder eher unter dem Motto: „Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht“. Klasse hingegen – wie fast immer – die sehr ausführlichen und super liebevollen Reviews. Diesmal also eine etwas zwiespältige Sache, aber sofern es dem Underdog zukünftig wieder gelingen sollte, auch im Bereich der „leichten Unterhaltung“ dem Qualitätsstandard der Politikseiten zu entsprechen, spielt es meines Erachtens immer noch in der Königsklasse der deutschsprachigen Copy-A5er mit. [ben accident]






6. February 2012