Endless Summer Open Air Torgau 13.8. – 15.8.2009

28. August 2009

PUNX UNDERSTAND NO FUN

Oder: Wir müssen aufhören weniger zu trinken.

Start war für die Drunk Division – Sektion Kreuzberg erst am Freitag, weshalb mir leider einmal mehr die wunderbaren Strongbow entgingen. Schade.
Nach 2 Stunden Fahrt über brandenburgische und sächsische Landstraßen (ich habe gar nicht erst angefangen die DVU und NPD Wahlplakate zu zählen) kamen wir also endlich in Torgau an. Die Security war überaus penibel, der Zeltplatz aber schön übersichtlich und wenn ich das Ganze mal mit meinem letzten Endless Summer vergleiche (was 2003 war), dann war ich dennoch angenehm überrascht. Sehr gemütlich und entspannt das Ganze und der Asi-Faktor tendierte gen null.

Nach einer kleinen ersten Runde über das Gelände standen als erstes Mad Sin auf dem Programm. Auf dem Force Attack hatte ich sie ja auf Grund meines Alkoholkonsums verpasst, wir waren also gespannt. Was kam entsprach dem Durchschnitt, nicht schlecht, aber auch nicht gerade herausragend. Ein paar Hits gespielt, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen.

Dann standen die Adicts auf dem Programm. Was folgte entsprach sämtlichen vorherigen Adicts-Auftritten, die ich miterleben durfte. Ein solides, spaßiges, abwechslungsreiches Programm. Alle Hits waren da von „Joker in the Pack“ über „Numbers“ bis – natürlich – „Viva the Revolution“. Was mich an dieser Band so begeistert ist, dass sie sich show-technisch jedesmal was Neues einfallen lassen. Hat jemand überhaupt schon mal ein mieses Adicts-Konzert gesehen? (Berichte bitte an mich.)

Was sollte da noch folgen? Sick Of It All. Hardcore is ja nicht so mein Ding, dennoch hatte ich einen ziemlich guten Gig von SOIA vor einigen Jahren auf dem With Full Force in Erinnerung. Dem war diesmal leider nicht so. Naja, drauf gesch…

Nach New York City Hardcore folgte Dirty Reggae – die göttlichen, von mir hochverehrten Aggrolites aus Los Angeles, California. Meine hochverehrten Leser, diese Kapelle hat die Hütte gerockt! Diese Band ist einfach nur ganz großer Sport!!! Man hat etwas wenig von ihrem Debüt-Album gespielt, aber das tat der Sache keinerlei Abbruch, ich habe ordentlich das Tanzbein geschwungen…

Danach war ich erstmal ziemlich erledigt, weshalb ich mir Lousy geschenkt habe. Hundemüde habe ich mir dann noch die Eastside Boys gegeben, die sich immer mehr zu einer wunderbaren Punkrock-Kapelle mit hohem Spaßfaktor entwickeln: Pfeffi macht den Punk kaputt (und den Klausi, schöne Grüße an den Niederrhein!)!!! Ach ja, und im Gegensatz zum Force Attack haben sie das Cock Sparrer Cover dieses Mal nicht vergeigt…

Danach konnte ich nur noch ins Zelt stolpern, wo ich recht friedlich schlief, bis ich einen ziemlichen Radau direkt vor unserem Zelt vernahm. Wie sich herausstellte, kam der Mann mit dem Künstlernamen Terrol irgendwann ins Zelt, musste aber nochmal kurz aufstehen, um zu erledigen, was erhöhter Bierkonsum von so einem Punkerkörper fordert. Innerhalb dieser 5 Minuten hat irgendein besoffener Skinhead sein Zelt mit unserem verwechselt, hat es sich neben mir gemütlich gemacht und wollte natürlich nicht aufstehen, als der Monsieur Terrol wieder seinen Platz einnehmen wollte. Was dann – zur Belustigung unserer Zeltnachbarn – folgte, war ein lautstarker Disput untermalt mit einigen Fausthieben, bis der kahlköpfige Herr endlich kapierte, dass er sich im falschen Zelt befand. Mit blutender Nase entschuldigte er sich und ward nicht mehr gesehen…

Den kommenden Tag begannen wir mit Bier, Vodka-Mischgetränken und unseren alten und neuen Göttinger Bekanntschaften.
Das Angebot zwecks Körperreinigung und Abkühlung ein Freibad aufzusuchen nahmen wir nicht an, da wir Reagan Youth nicht verpassen wollten und das war auch gut so. Den Anfang haben wir trotzdem verpasst. Da war wohl der Vodka schuld. Warum spielt eine Band wie diese auch um kurz vor 4 am Nachmittag? Das Konzert war ziemlich gut, nur leider nicht in punkto Zuschauer. Es war einfach zu leer im Zelt. Schade.

Die Starts fielen am Freitag aus, dafür spielten sie dann am Samstag und was soll ich sagen, liebe Leser, sie waren einfach mal nur hammergeil!!! Ich weiß (noch) nicht wirklich bescheid über diese Band und ihr Œuvre, aber die Jungs haben gerockt und außerdem ein derartig geiles Angelic Upstarts Cover gespielt (Kids on the streets), dass mir glatt die Armbehaarung zu Berge stand.

Und dann? OHL. Da gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe noch kein schlechtes Konzert der Herren aus Leverkusen gesehen. So auch dieses Mal nicht.
Aus reiner Bequemlichkeit blieben meine Herren Begleiter und ich dann erstmal an Ort und Stelle sitzen, aber die unsäglichen Krawallbrüder sorgten dann ganz schnell dafür, dass wir das Weite suchten. Einfach nur fürchterlich! Warum spielen solche Kapellen nicht beim Onkelz-Camping oder ähnlich überflüssigen Veranstaltungen?
Wir suchten uns ein nettes Plätzchen am Zelt und von dort gaben wir uns dann Bad Co. Project und ich muss sagen, das hatte Gesicht! Das Zelt war voll (wir auch) und Sucker, Marty und Konsorten haben eine feine Mischung aktuellen Sachen und alten Oxymoron Klassikern präsentiert.

Zum Abschluss sollten es noch die Cockney Rejects sein, denn mehr war aus Gründen der Erschöpfung einfach nicht drin. Gut, auch die hätte man sich sparen können, denn die haben es nicht mal geschafft ihre Lieder halbwegs fehlerfrei zum Besten zu geben. Ständig verspielten sie sich, warfen fröhlich Riffs und Texte durcheinander, kurz es war einfach nur peinlich. Das braucht echt kein Mensch, weshalb ich mich dann doch dafür entschied, mich zum Zelt zu begeben. Wirklich schlafen konnte ich nicht, das hatte dann aber wenigstens den Vorteil, dass ich mir Slapshot und – mitten in der Nacht – die RealMcKenzies zumindest anhören konnte.

Beendet haben wir dieses Festival-Wochenende ganz stilvoll mit Besuch am Baggersee und einem Abschiedscider in der Rock’n’Roll-Herberge.

Fazit: Das Endless Summer hat sich von einem chaotischen Ackerkonzert ohne fließend Wasser (2003) zu einem entspannten, kleinen-feinen Festival mit geringem Asi-Faktor entwickelt…wir sehen uns nächstes Jahr…mit Cock Sparrer als Headliner!

*x-tina*

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7. February 2012

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