Holy Wacken, das Mekka des Metal! W:O:A 2009
Nachdem sich die Metalknacker Fraktion das letzte Jahr zum ersten Mal die Ehre gab, das Heilige Land in Wacken zur Headbanger Hochsaison aufzusuchen, durften wir zum 20. Jubiläumsfestival 2009 natürlich erst recht nicht fehlen. Es sollte ein Best-Of Programm der besten Bands der letzten 20 Jahre geboten werden und man wollte sich noch ein fettes Schmankerl kredenzen so wie im letzten Jahr mit IRON MAIDEN. AC/DC oder METALLICA waren hierfür im Gespräch! Warum aber keine dieser Bands verpflichtet werden konnte und warum es trotzdem ein Feuerwerk an Sodom und Gomorrha wurde, ist den folgenden Zeilen zu entnehmen! Holy Shit war das wieder Geil!!!
War zum letztjährigen Besuch eine reine Männerrunde vor Ort gewesen, so galt es dieses Jahr das kühne Unterfangen eines Pärchenausflugs zu planen und zu koordinieren. Mit an Bord waren: Mein blonder Engel und Fränk mit Angela und natürlich der Verfasser dieser Zeilen. Dieses Mal galt es also nicht nur an Bier und Dosenfutter zu denken, sondern wir versuchten eine kleine 5-Sterne Produktion auf dem V.I.P. Zeltplatz des Wacken Festivals zu installieren. Ich sag nur Pärchenterror…! Jedoch nicht für uns, sondern für unser Umfeld, hä, hä, hä! Während die Zeltnachbarn mit den üblichen Wacken-Ein-Mann Zelten, Discounter Zeltbehausungen für 2 bis 6 Mann oder einfach im Kombiwagen nächtigten, gondolierten wir in einem fetten 4-Mann Caravan der Luxusklasse an. Man hat´s ja! Unsere direkten Zeltnachbarn jedenfalls waren schwer beeindruckt …!
Nicht ganz so schwer beeindruckt war ich vom diesjährigen WACKEN-Billing. Ja, natürlich waren MOTÖRHEAD dabei. Natürlich war ich auch heiß auf RUNNING WILDS großen Abschiedsgig und ich freute mich auch tierisch auf MACHINE HEAD, AIRBOURNE, TESTAMENT und ANTHRAX. Irgendwie fehlten aber noch ein paar große Namen und blöderweise sagten die Clowns von ANTHRAX kurz vor dem Festival auch noch all ihre geplanten Gigs ab, da sie ihren neuen Sänger gleich, nach ein paar Monaten, schon wieder vor die Tür setzten. Waren aber wirklich alle Gigs gecancelt? Nein! Nur ein dämliches Festival in England bekam die Ehre, ANTHRAX mit ihrem zu vorigen Sänger John Bush zu sehen und wir in WACKEN nicht. FUCK YOU! Wir ließen uns aber nicht die Laune verderben, sondern gossen erst mal feste die ersten paar Biere hinter die Binde. Keine Sorge, unsere Frauen becherten ordentlich mit. Gut angeschickert, enterten wir dann zum frühen Abend das Infield, wie es so schön im Festival-Jargon heißt. Eigentlich hätte ich ja gerne D:A:D angeschaut, aber wir schlenderten erst mal über den Metalmarkt, nur um festzustellen, dass der Verkauf von Gummistiefeln eine echte Marktlücke auf dem W:O:A darstellte. Ihr glaubt es nicht, wie das Inflield am ersten richtigen Festivaltag, und früh am Abend, schon wieder aussah. Dank leichtem, aber immer wieder kehrendem, Regen, war das Inflield (Ich glaub´s euch, das Wort nervt jetzt schon! Anm. Marky) hier und dort schon jetzt nur noch Dezimeter tiefer Schlamm, durchzogen mit Pisse. Was ein Geschtank, Bäh! Das sowas nicht in den Griff zu bekommen ist, für ein Festival in dieser Größenordnung, will mir nicht einleuchten. Aber ich stell es mir echt äußerst interessant vor, wie das ganze Geruchsfestival duften würde, wenn man an den entsprechenden Stellen Klosteine auslegen würde?! Gegen kurz nach Acht fingen dann auch pünktlich RUNNING WILD an, mit ihrem last Gig ever! Na klar gab es Hits wie geschnitten Brot und ja, ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, als: „Branded And Exiled“, „Prisoners Of Our Time“ oder „Under Jolly Roger“ liefen und eine fette Pyro- und Light Show das Happening unterstrichen. Aber der richtige Party-Abfeier-Funke wollte bei mir nicht überspringen. Zu lahm und zu lasch wurden die Songs durch die Herren Piraten dargeboten und eine obligatorische fette Bühnenproduktion, mit Piratenschiff, fehlte obendrein auch noch. Ne, das war kein spektakulärer Abgang. So war es eher höchste Eisenbahn, das die Band abtrat!
Während es Angela und Fränk schon früh zum Luxusliner zurückzog, legten mein Babe und ich noch einen Zahn zu. Wir zogen uns erst mal noch das exzellente Partygebähren von MAMBO KURT rein und der Stimmungs- und Alkoholpegel schnellte rasch nach oben. Das “Gande Final” hatten wir dann bei HEAVEN & HELL. Unter diesem Namen verbergen sich so gestanden Musikergrößen wie Tony Iommi, Geezer Butler, Vinnie Appice und Ronnie James Dio, welche in dieser Zusammensetzung Anfang der 80er Jahre auch besser bekannt waren unter der Bezeichnung BLACK SABBATH. Ich stehe ja wahrlich nicht auf diese ausgeladenen, 70er Jahre Rockorchester-Arrangements, oft über die Dauer von 10 bis 20 Minuten. Was aber HEAVEN & HELL an diesem Abend abzogen, suchte seines Gleichen. Eine unglaublich stimmungsvolle Show, mit einem äußerst charismatischen Sänger, fetten Solis und einer sehr geilen Lightshow. Mag sein, dass unser Alkoholpegel schon jenseits von „Gut“ und „Böse“, war, aber das passte bestens zu HEAVEN & HELL. Wahnsinn!
Am Tag Zwei des W:O:A, dem Freitag, lernten wir erst mal so richtig unsere Zeltnachbarn kennen. Da gab es die doofen Holländer. Eitel und arrogant und ständig besoffen. Wahrscheinlich dachten die aber auch das Gleiche über uns?! Dann gab es die zwei Nachwuchsmetaller, der Metal-Oberstufe, welche in einem aufblasbaren Plastikschlauch nächtigten. Immer freundlich lästernd, aber sobald wir fett auftischten, waren sie ständig am sabbern und geifern. Zu guter Letzt gab es dann noch die Band THE SMACK BALLZ, samt Anhang, die noch neben uns residierten. Die entpuppten sich als äußerst sympathische Nachbarn, mit welchen wir dann so gleich fleißig Bier und Schabernack austauschten. THE SMACK BALLZ sind eine Metal-Cover-Band. Aber Vorsicht! Keine reguläre Coverband, sondern in der Besetzung: Beat Box, Akkordeon und akustischer „Flying V“. Sie waren doch tatsächlich für jeden Tag auf dem W:O:A gebucht. Zwar nur auf der Beer Garden Stage, aber immerhin ganze vier Gigs! Seit MAMBO KURT diese Bühne schon seit Jahren in Grund und Boden rockt, war das wahrlich kein schlechter Auftrittsort auf dem W:O:A. Immerhin besser als Mittags auf der Party Stage! Hier lärmten zwar NAPALM DEATH schon früh am Mittag, bis wir aber wieder das Infield betreten sollten, wurden erst noch einige Biere mit den SMACK BALLZ gezecht. Äußerst lustige Zeitgenossen und der Sänger kann Geschichten erzählen, sag ich euch! Vor die Bühne gingen wir erst nach einem zünftigen Grill Spektakel. Und wer war da wieder am sabbern? Jo, die zwei Metal-Oberschüler! Die erste Band des Tages die wir Live begutachteten, waren AIRBOURNE. Diese waren letztes Jahr die Überraschungsband des Festivals und räumten mächtig ab. Ich find die Jungs auch super klasse. Was sie aber heute abzogen, war zwar ein wilder, aber völlig überzogener, Möchtegern Stadionrock-Auftritt. Kaum war man mal wieder ins Mitbangen vertieft, nervten die absolut übertrieben und in die Länge gezogenen Gitarrensolos. Fast jeder Song wurde anstatt der Originallänge von drei Minuten, mitunter bis auf zehn Minuten in die Länge gezogen. Klar machte der Sänger eine Menge Faxen und riskierte seinen Hals, als er des Öfteren und ungesichert die Lightshow Traversen hochkletterte. Aber den Songs war dadurch total die Spritzigkeit genommen und der Gig plätscherte nur so vor sich hin. Besser wir schauten mal was THE SMACK BALLZ im Bier Garten so abzogen. Wie hört es sich wohl an, wenn eine Drei-Mann-Kombo, Metal-Klassiker der Marke: „Breaking The Law“, „Fear Of The Dark“, oder „Warriors“ von MANOWAR in der Besetzung: Beat Box, Akkordeon und Akustik „Flying V“, intonieren?. Etwas dünn, aber hammer, hammer Geil! Trotz der unverzerrten Spielweise, hatten die Songs genug Eier. Einfach Geil! Danach musste ich mit meinem Babe erst einmal heftig diskutieren, zwischen der Magie eines jetzt folgenden MAMBO KURT-Gigs und den gottgleichen MOTÖRHEAD, welche zur selben Zeit auf der großen Bühne auftreten sollten. Das ist der große Nachteil von mehrbühnigen Festivals! Als es aber um die Frage ging, wer mehr Sexappeal besaß, war die Frage schnell beantwortet. Kurze Zeit später standen wir vor der Bühne auf der MOTÖRHEAD gleich spielen sollten. MOTÖRHEAD war anno ´86 mein zweiter Gig und ich hatte damals drei Tage lang Ohrpfeifen. An diesem Abend war es auch wieder heftigst laut, ich aber inzwischen um Jahre gealtert und schon leicht schwerhörig, weshalb ich den Lärmfön dieses Mal unbeschadeter überstand. Der Gig des heutigen Abends war absolut erste Sahne. Das MOTÖRHEAD aus den Vollen schöpfen können ist klar. Das Lemmy, Phil und Mikkey das Haus rocken können auch. Aber auf solch einer großen Bühne, mit einer sehr geilen Lightshow, mit den „Fuel-Girls“ und einem Drum-Solo, das sich gewaschen hatte, kam das Ganze unheimlich beeindruckend rüber. Ich bereute ja fast gar, dass ich für den Gig von MOTÖRHEAD plädierte. Denn nach der Show schwärmte mein Girl nur noch von diesem tollen Schlagzeuger und wie der da so rein gehauen habe, und, und, und! Das musste erst mal ordentlich mit Bier begossen, bzw. betäubt, werden. Aber Hoppsa, die Uhr ging mittlerweile streng gegen Mitternacht zu und Fränk sollte sogleich Geburtstag haben. Wo feierte es sich besser als im Bier Garten?! My Sweetheart und ich labberten schnell ein paar dahergelaufene Metalheads an und schon hatten wir einen imposanten Geburtstagschor zusammen. Da wir, der Chor, äußersten Spaß an der Singerei hatten und schnell auch der komplette Bier Garten mit einstimmte, schien Fränk das ganze Unterfangen recht schnell peinlich zu werden und er zahlte kräftig Runden, damit wir uns wieder beruhigten. Die Nacht klang aus bei SAXON, welche uns, mit unserem Rausch, einfach zu lahmarschig rüber kamen. Danach ließen wir uns noch beplätschern mit DOROS „Für Immer“ und oh weh, was waren wir besoffen! Ab ins Bett, bevor wir noch weiter zu DOROS Gejammern mit wimmern würden.
Der Samstag ist recht schnell erzählt. Nach dem Auftritt von MOTÖRHEAD gab es einfach nichts mehr was mich noch hätte vom Hocker hauen können. Ich zog mir am Nachmittag noch TESTAMENT rein. Viel Nostalgie und sehr geil bei den alten Songs. Etwas später schauten wir uns noch das Wackinger Dorf an. Ein Mittelalter Markt mit Wrestling Zelt und einer weiteren Bühne auf der gerade SWASHBUCKLE ihren Piraten-Thrash Metal spielten. Solider Gig! Danach folgten noch kurze Stipvisiten bei VOLBEAT. Ein hymnenhafter Auftritt und endlich spielten sie auch eine Coverversion von den MISFITS, an die sie mich schon immer sehr stark erinnerten. Darauf folgten noch IN EXTREMO, mit ihrem Mitsing-Folk-Metal. Das war nicht so Meins. Dann kam die Stunde des MAMBO KURT! Ich musste mein Versprechen vom Vorabend einhalten und feierte heute zusammen mit meiner Liebsten zu Orgel-Evergreens wie: „Sing Halleluja“, „Dancing Queen“, oder „South Of Heaven“ und „Krawall und Remmidemmi“. Aus dem Augenwinkel blickte ich immer mal kurz rüber zu MACHINE HEAD, die gerade ihren derben Thrash Metal ins W:O:A Publikum zimmerten. Mein Kumpel Gausman wird mir dafür zwar den Kopf abhaken, aber mein Babe und ich ließen es nochmal heftig krachen zu MAMBO KURT. Immer wieder geil! Zum Schluß des Festivals blieb mal wieder festzuhalten, dass das WACKEN OPEN AIR wieder der Oberhammer war. Offen blieb nur noch die Frage warum das W:O:A nicht mehr in große Bands investiert hatte? AMON AMARTH, IN FLAMES, HAMMERFALL oder BULLET FOR MY VALENTINE mögen ja ihre Fans haben. Aber Big Names?! Letztes Jahr zur Pressekonferenz ließ man noch verkünden, dass man an METALLICA dran wäre und man hätte auch AC/DC im Visier. Auf der diesjährigen Pressekonferenz hieß es dazu aber nur noch, dass METALLICA durch die Festivaltour SONISPHERE gebunden gewesen wären, bzw. man an AC/DC nicht ran kommen würde, da die in ihrem eigenen Universum spielen würden. Tz, tz, tz! Da schimpft man sich das größte Metal-Festival der Welt, hat mittlerweile viele selbst veranstaltete Festivalableger wie das WACKEN ROCKS FESTIVAL im In- und Ausland und die fetten Rockstars rümpfen die Nase und sagen: „Das brauchen wir nicht“?!. Ist doch Kacke ihr verwönten Rockstar Schnösel!!! Trotzdem ist und bleibt das WACKEN OPEN AIR ein unvergleichliches Erlebnis und mein Engel, Angela, Fränk and Myself, hatten wieder eine Menge, Menge Spaß! Dafür ein vierfaches „WACKEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEN! Metal Up Your Ass, Yours Marky






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haha, das trifft den nagel auf den Kopf !...
tolle bilder, insbesondere aus freiburg ......
ouuh mani, stimmt das gerücht dass du demnächst in tel aviv boxt?...