Leben und Überleben in China
Maisbier und Buttertee
So, das ist ja mal ein richtig netter Zug vom Herrn Uhl mir diese Lektüre zum reviewen angedeihen zu lassen, ich schätze es war auch ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, jaja, ich werde demnächst mal meine eigenen China Erfahrungen zu Papier bringen, don’t worry Baby!!! Mit dem hier vorliegenden Buch beschreiben die Autorin und ihr Herzallerliebster, die gleichzeitig beide in der mir leider bisher unbekannten Band „Gleichlaufschwankung“ spielen, ihre Eindrücke die sie in einer mehrjährigen Reise durch China gemacht haben und ich finde sie bestätigen dabei so ziemlich genau das Bild, dass ich mir von meinem halbjährigen Aufenthalt im Reich der Mitte machen durfte.
Auf eine sehr nett und ansprechend zu lesende Art werden all die kleinen Verrückt- und Eigenheiten des chinesischen Alltagslebens beschrieben, die auch in meinem Falle dazu führten dieses völlig andersartige und in unseren westlichen Augen nach wie vor unglaublich geheimnisvolle Land und seine Bewohner für immer ganz tief in mein Herz zu schließen. Ob sie von den Eigenheiten der chinesischen Küche erzählen, der faszinierenden Gegensätzlichkeit von moderner Kosmopolität im urbanen und romantisch-hinterwäldlerischer Traditionalität im ländlichen Teil dieses riesigen Landes oder einfach vom Zusammenprall völlig unterschiedlicher Weltsichten und Kulturen und den sich daraus zwangsläufig entwickelnden amüsanten Verwicklungen, wenn sie als Westeuropäer abgelegene Dörfer in Tibet bereisen- Mich packt definitiv das Heimweh nach China!!! Dass die Beiden dabei einen punkigen Background haben macht die Sache für mich natürlich umso interessanter, decken sich doch die Erfahrungen, die gesehenen Bands und die besuchten Lokalitäten völlig mit meinen eigenen Erlebnissen, außerdem kenn ich einen der auf dem Cover abgebildeten Punkerjungs noch persönlich- Liebe Tanja, du treibst mir echt die Tränen in die Augen… Ein wunderschönes Buch, wenn ich auch eure Ansichten über die Pekingente keinesfalls teilen kann, also ich fand die echt super… Echt sehr lohnende Anschaffung, habe selten einen Reisebericht gelesen der so nah an den Menschen dran war, also, loslaufen, kaufen und lernen, dass China mehr ist als Internetzensur und Menschenrechtskiller. Ach so an dieser Stelle sei euch übrigens noch die wunderbare filmische Dokumentation „Wasted Orient“ über die 2005er Tour der auch in diesem Buch beschriebenen chinesischen Punkband Joyside von Regie-Gott Kevin Fritz ans Herz gelegt, wär ne coole Ergänzung zu diesem rundum gelungenen Stück Reise Literatur. (Tanja Trash/Saalepower Records)
Jörg Harley






6. September 2010