Schweinevogel #2

9. Januar 2010

(Glücklicher Montag Productions www.schweinevogel.de)
Ok, ich muss mir zuallererst einmal Asche auf mein Haupt streuen, dass ich als selbsternannter Comicfreak vorher noch nie etwas von diesem von Thowi und Schwarwel produziertem Comic-Strip gehört hatte, den es anscheinend immerhin seit 1987 gibt, um so begeisterter bin ich nun von diesem, im originellen Querformat herausgegebenen Heftchen. Schweinevogel, der Held und Namensgeber der Strips ist, nun, ja ein Schweinevogel eben, also ein Schwein mit Flügeln und Hühnerbeinen, der allerlei skurile Abenteuer erlebt, die sich stets erfrischend am Rande des Schwachsinns bewegen. Unterstützt wird er dabei durch sein Hausferkel Sid, den dicken Koch Swampie und seinen Freund Iron Doof, dessen Gattung sich mir allerdings ehrlich gesagt bis jetzt noch nicht richtig erschlossen hat… Nun ja, wie gesagt, wie man bereits an diesem Figurenensemble erkennen kann, bewegt sich das ganze in einer etwas eigenartigen etwas surrealen Grauzone, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist, zumal der Humor einstweilen mit dem Holzhammer vorgetragen wird. Jedoch schafft es Schwarwel durch seinen witzigen Zeichenstil (Schwarz-Weiss) auch eher alberne Kleinigkeiten wie bohnernde Hamster oder pfeifende Schweine (Ihr wisst schon, der berühmte Sprichwort-Bilderwitz, mein Fave ist aus einem alten U-Comic „Der Teig geht“, als der Hefeteig aus der Schüssel herausspaziert und dem verblüfften Koch ein lockeres „Ciao“ entgegenschleudert… Immer noch ein Brüller) auf durchaus amüsante Weise rüberzubringen und auf diese für dieses Subgenre typische Storyline die sich langsam aus den einzelnen in sich abgeschlossenen Strips zusammensetzt bin ich ja schon immer abgefahren. Das einzige, was mir ein bisschen auf den Sack geht ist dieses ständige Hossa, aber das muss wohl so sein, jedem Tierchen sein Pläsierchen und da will ich dem guten Schweinevogel noch mal gnädigerweise verzeihen. Für ganze 3,90 Euro gibt’s hier 32 Seiten Unterhaltung pur, garniert mit lustigen Gimmicks wie ner Rätselseite und nem Würfelspiel, also echt ne runde Sache, allerdings sollte man schon auf Comic-Strips und die damit einhergehende Opferung einer kohärenten Handlung zugunsten einer schnellen Pointe abfahren, wer auf längere und komplexere Geschichten abfährt ist hier wohl nicht so gut beraten. Ich jedenfalls freu mich auf die nächste Nummer, good stuff!
Jörg Harley

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6. September 2010

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