Metalknacker PK #22 – Go Heavy with Marky!!!

8. November 2009

Hey Ho, ihr Säcke! Der Sommer ist vorbei und der scheiß Winter, samt Winterdepression, kündigt sich durch kalte Winde längst schon wieder an – Pfui Deibel! Was kann man dagegen tun, fragt ihr?! Lest euch die folgenden Reviews durch, es sind wieder einige Perlen in unsere Redaktion gespült worden, oder macht es wie ich. In einer Stunden, voller Selbstzweifel und Lethargie, kramte ich in meiner Tape-Sammlung (ja, die entstand in den 80ern und ich hab sie immer noch! Marky) und siehe da, die Sonne ging auf! Kennt jemand von euch noch die Band ZOETROPE?! Eine schicke Street Metal Band aus Chicago, die in den 80er Jahren zwei Hammer-Scheiben auf den Markt warf. Zum einen „Amnesty“ (1985) und die andere Kultplatte heißt: „A Life Of Crime“ (1987). Hell Yeah, war das Geil, diese Juwelen mal wieder zu hören!!! Bevor es ans Eingemachte geht, noch eine kleine Bemerkung am Rande. Im METALKNACKER sollen fortan nur noch die Veröffentlichungen des Metal-Bereichs Erwähnung finden, die ich euch besonders an die Nietenjacke heften will, bzw. die meiner Ansicht nach eine Erwähnung verdienen. Ja, das ist sehr subjektiv, aber der METALKNACKER soll nicht zu einer endlosen Reviewstory mutieren, die kaum noch lesbar ist. Basta, Film ab (in unsortierter Weise) …

… im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ich gerade die guten alten Zeiten erwähne, komme ich nicht umhin, euch gleich die folgende DVD wärmstens zu empfehlen. Wenn ihr nicht glauben wollt, das auch eine Metalband Herzblut und wahnsinnig viel Credibility besitzen kann, dann zieht euch die folgende Dokumentation auf Celluloid rein:

ANVIL – „the story of anvil“ – DVD [Universal Pic., UK - Import]
Kennt jemand von euch die Bandhistory von D.O.A. „Ich Shithead, mein Leben als Punk“ von Joey Keithley alias Shithead?!. Wer darauf abgefahren ist, weil die Jungs und allen voran Shithead einfach verdammt DIY sind, dann schaut euch bitte diese DVD an!!! ANVIL kommen auch aus Kanada und sind ebenso wie D.O.A schon seit Ende der 70er unterwegs. Sie haben unzählige heutige Rockstars, u.a. METALLICA, SLAYER, ANTHRAX, GUNS & ROSES, inspiriert und Sie gelten mitunter als die Wegbereiter des Thrash- und Speedmetals. Die Hauptprotagonisten von ANVIL sind Lips, aka Steve Kudrow, Gitarrist und Lead Singer und Rob Reiner, Schlagzeuger. Beide kennen sich seit ihrem 14. Lebensjahr und haben mit ANVIL nie den großen Sprung gemacht. Was diese DVD aber so dermaßen auszeichnet, ist die Leidenschaft und Passion, die die beiden in ANVIL rein geben. Man bekommt einen tiefen Einblick in das „normale“ Leben solcher Ikonen, wie sie z. B. Pizzas ausfahren, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten, oder wie sie sich das Geld für ihre Plattenproduktion von Lips älterer Schwester leihen.  Immer wieder  spornen sie sich gegenseitig an, um ANVIL am Leben zu halten. Dieses anscheinend unspektakuläre Leben ist ihr verdammtes Leben und sie genießen förmlich jede Minute davon! Sie spielen mit ihren 50 Jahren immer noch in schäbigen Clubs, vor 4, 5 Leuten und kennen sämtliche dreckigen Seiten des Rockbusiness. Da kommt einem die METALLICA Doku „Some Kind Of A Monster“ als absolut überheblich und anmaßend vor. ANVIL sind fucking DIY, davon könnten sich andere Bands…  ach was rede ich, holt euch das Teil!

Die nächste unglaublich gute Platte kommt von den WILDHEARTS aus dem guten alten England:

WILDHEARTS – Chutzpah! – CD [Backstage Alliance/Soulfood Music]
Ich weiß, ihr hasst chartstaugliche Melodien. Ich weiß ihr verabscheut stilübergreifendes Songwriting. Aber ich sag euch eins: Scheißt darauf, die WILDHEARTS hätten den Erfolg verdammt nochmal verdient. Ich kenn die Jungs seit ihrem ersten Output „The Earth vs. The Wildhearts“ von ´93. Schon damals setzten sie Maßstäbe mit ihren Soundmixtur aus Metal und Punk´n´Roll, jedoch blieben sie bis heute immer unterbewertet. Eher kennen sie sämtliche Tiefs des Musikbusiness und schmissen das Handtuch auch schon mehrere Mal hin, kamen aber immer wieder zurück. Mastermind Ginger hat einfach ein goldenes Händchen für schmissige Songs, die genug Eier besitzen um euch den Iro zu bürsten. Ja, die WILDHEARTS haben es mit „Chutzpah!“ absolut auf die Charts abgesehen und sie klingen auch etwas geschliffener als auf ihren frühen Werken. Dafür reihen sich auf der Platte Hit an Hit, der pure Wahnsinn! Wie machen die das bloß? Da können so Möchtegern Rocker wie NICKELBACK echt einpacken. Die WILDHEARTS sollten an deren Stelle stehen, die gebührt der Rockolymp!

Auch für die zünftige Ohrenwäsche haben wir dieses Mal wieder ein heißes Stück Metal an Bord:

ASPHYX – „death… the brutal way” – CD [Century Media/EMI]
Back with a Boom! Sack und Asche, das ist Death Metal wie ich ihn liebe. Schön old-schoolig, ohne nervende Blastbeats, einfach nur schön auf die Zwölf und dazu fette Growls. Die Holländer, um Sänger Martin van Drunen, waren ganze 10 Jahre von der Bildfläche verschwunden. So ein Comeback hätte ich ihnen nicht zugetraut. Vor allem hecheln Sie nicht den aktuellen Trends hinterher, sondern besinnen sich auf ihren alten Stärken. Was für ein schönes bluttriefendes Stück Fleisch! Mahlzeit!

Vom Nachbarland zum Schwabenland. Ja, meine holde Metal-Gemeinde, auch der Süden lässt es Krachen! BRESCHDLENG aus bitte nun zum Tanz:

BRESCHDLENG – „s/t“ – MCD [Prevision Music]
Heiligsblechle, was für eine Debut-CD! Die 5 Jungs (eigentlich sind es ja sechs, mit dem Auswechselschlagzeuger! Anm. Marky) aus Baggana bei Stuttgart, machen zwar nicht den modernsten Sound, dafür aber mit äußerst viel Blutherz. Der Soundmix aus BODY COUNT und BIOHAZARD, alles schön hüpfbar, mag dem ein oder anderen zwar zu unspektakulär erscheinen, dafür blasen einen aber einfach die schwäbischen Texte schlicht weg vom Hocker. „Schdeffala nuff, Schdeffala“ und „(I bin da) Seifer´s Fritz“ sind unsterbliche Hits!

Bleibet m´r halt doch no a mol schnell im Ländle:

DESTRUCTION – „the curse of the antichrist – live in agony” [AFM/Soulfood]
Meine alten Helden aus Weil am Rhein haben inzwischen auch schon über 25 Jahre auf dem Buckel und feiern dies mit ihrem Doppel-Live Album „The Curse Of The Antichrist – Live In Agony”. Die zwei Scheiben beinhalten einen repräsentativen Rückblick über ihre komplette Schaffensphase. War ich zuletzt noch recht enttäuscht über die Outputs der Band, die zwar technisch hoch versiert waren, aber lange nicht mehr den Scharm der alten Tage hatten (hört euch nur die neuen Versionen alter Hits auf der „Thrash Anthems“ Platte an und ihr wisst was ich meine! Anm. Marky), versöhnt diese Live Scheibe doch wieder deutlich. Die Aufnahmen stammen vor allem von der legendären Wacken Open Air Show von 2007, als alle ehemaligen Mitglieder bei einigen Songs mitgespielt haben. Auf ein paar Songs sogar mit drei Drumsets! Der Rest wurde in Tokio aufgenommen. Coole Live Platte, auf der die neuen Songs gut mit den alten Smashern hamonieren.

Last but not Least ein Metal-Urgestein, das dem Punkrock schon immer sehr nahe Stand:

VOIVOD – “infini” [Nuclear Blast/Warner]
Yes, VOIVOD standen und stehen auch mit ihrem neuen Output dem Punk/HardcoreBereich immer noch recht nahe. Zum Teil durch ihr eigenwilliges Songwriting, oder einfach die grundsätzliche Einstellung der einzelnen Bandmitglieder, die im groben recht wenig mit den typischen Metal Stereotypen zu haben. „Infini“ stellt im Prinzip das Vermächtnis des verstorbenen Gitarristen Denis „Piggy“ D’Amour, dessen letzte private Aufnahmen Gitarrenparts zu den Songs dieses Albums verarbeitetet wurden. Der Teufel hab ihn seelig! Es bleibt zu hoffen, das VOIVOD nach diesem Schicksalsschlag weitermachen werden, die aktuelle Veröffentlichung und der Wiedereinstieg des Gründungsbassisten Blacky lassen dies zumindest stark vermuten!

Hier noch paar coole Schmankerl im Schnelldurchlauf! *** IRON MAIDEN – „flight 666“ – DVD [EMI]: Film über die „Somewhere Back In Time“-World Tour 2008/2009, mit dem eigenen Flugzeug und dem Flugkapitän Bruce Dickison! *** EUROPE – „last look at eden [earMUSIC/Edel): Hammer rockige Scheiben, kaum zu glauben von diesen, normalerweise, Weichspülern! *** MEGADETH – „endgame“ [Roadrunner/Warner]: Technisch hochversiert, kann an alte Klassiker-Scheiben gut anknüpfen! *** KORPIKLAANI – „karkelo“ [Nuclear Blast/Warner]: Das die Finnen saufen können wissen wir, diese Folk-Metal Platte ist der Soundtrack dazu! *** OBITUARY – „darkest day“ [Plastic Head/ Soulfood]: Die Doom-Deathmetal Könige veröffentlichen  wieder ein fettes derbes old-school Brett! *** HATEBREED – „for the lions“ [Century Media/EMI]: Ich hasse normalerweise Coverversionen, aber ich liebe HATEBREED und ihre Versionen alter Metal- und Hardcore Klassiker! *** Und was erwartet uns noch im kommenden Herbst? Eine neue Scheibe von W.A.S.P., hmm! Eine neue Scheibe von STRYPER, ha, ha, Halleluja! Und natürlich die neue SLAYER, Yeah, Yeah, Yeah und verdammt noch mal Hell Yeah!!!

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