NO SHAME – Ironing Day

10. Februar 2010

[Rookie] Yesssss, schon gleich das erste Stück ”Better be drunk than part of the machine” (Was für ein wunderbar poetischer Titel, würd’ ich mir ja fast am liebsten auf meinen rechten Unterarm tätowieren lassen …) kickt ja mal derart exzellent-kompromisslos nach vorne, dass mir regelrecht mein junges, unschuldiges Herzelein überquillt vor Freude! Und auch bei den folgenden elf Titeln gelingt den vier Finnen ein außerordentlich beeindruckender Stilmix aus solch vermeintlich kaum zu kombinierenden Spielarten wie beispielsweise dem ungehobelten, skandinavischen Streetpunksound der BOMBSHELL ROCKS (zum Beispiel eben erwähnter Opener), den eher düster-melancholischen Klängen JAWBREAKERs (“Empty promises”), mitunter wüst mähdreschernden Prügelcore-Attacken (“Tenderized”)  bis hin zu enorm gefühlvollen Balladen, wie “Light of my life”. Die teils dezidiert linkspolitischen und anti-kapitalistischen, dann aber auch wiederum zwischenmenschliche Thematiken behandelnden Texte verströmen dabei oftmals eine dezente Traurigkeit, die jedoch glücklicherweise im Gegensatz zu diesen ganzen unerträglich verheulten Emofratzen nie in wehleidige Winselei, sondern meistens in ‘ne gesunde Extraportion Wut und Angepisstheit mündet. Und trotz des munteren Rumwilderns in unterschiedlichsten Revieren gelingt der Band dann obendrein noch das Kunststück, die einzelnen Songs derart raffiniert zu arrangieren, dass das Gesamtprodukt durchaus nicht inhomogen wirkt, sondern im Gegenteil über eine Dauer von knapp 40 Minuten einen durchweg hohen Spannungslevel aufrecht zu erhalten versteht, der dieser Scheibe wohl bis auf weiteres erstmal einen Stammplatz in meinem mp3-Player sichern wird. Da fällt es dann auch gar nicht weiter ins Gewicht, dass die Jungs ihrem Bandnamen mit dem doch etwas arg plumpen Titel des Schlusssongs (“Fuck the system” – hahaha, Wattie ick hör’ dir trapsen …) nochmal alle Ehre erweisen – nee, nee, das hier ist definitiv mal ‘ne ziemlich prima Platte von ‘ner offensichtlich durchaus duften Kombo, die man wohl keinesfalls live verpassen sollte, wenn die Anfang April bei uns auf Tour sind! [ben accident]

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6. September 2010

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