OUT OF LUCK – Walking Down 10th Street
[Wolverine] Die drei ganzkörpertätowierten Psychowillis aus der
beschaulichen, niederbayerischen Ortschaft Straubing zelebrieren auf ihrem bereits schon zweitem Longplayer (ausgesprochen fleißig die Jungs, wenn man bedenkt, dass die wohl erst seit Herbst 2007 am Start sind) die einzig wahre Spielart ihres Metiers, die ich voll und ganz gutheissen kann. Sprich: Schön oldschool das alles, ohne scheiß Metalgitarren und pseudobösen Pressgrunzgesang, wie man ihn bei neumodisch orientierten Vertretern des Genres viel zu häufig vorfindet. Stattdessen bekommt man hier in einer knappen halben Stunde zwölf munter nach vorne shakende Leckerbissen kredenzt, die gar nicht soweit von des Bandleaders Karl “Cloey” K.s Vorgängertruppe FRANTIC FLINTSTONES entfernt liegen und alles in allem erinnert das Ganze an ‘ne leicht schmalbrüstige, aber dennoch recht sympathische Variante von REVEREND HORTON HEAT oder vielleicht auch den KLINGONZ, wenn’s wie bei “Cruisin’” doch mal etwas rockiger wird. Fein auch, dass man es textlich nicht zu arg mit albernen Horror-B-Movie-Klischees übertreibt und auch die ein oder andere Swing- (der Titelsong), Blues- (“Are u an angel or the devil?”) und Countryanleihe (“Cold morning in the mountains”, ein hübsches Westernstyle-Instrumental) kommt sehr angenehm rüber. Unter dem Strich jetzt zwar nix, was mich aufgrund überbordender Satisfaktion die Wohnzimmertapete vollspritzen ließe, aber dennoch gehören die Jungs ganz gewiss zu den besseren Vertretern ihresgleichen. [ben accident]






7. February 2012